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Donnerstag, 3. Juli 2014

St. Galler Bratwurst - Metzgerei Schmid, St.Gallen / kulinarische Spezialitäten CH

Nachdem ich im letzten Beitrag das Schützengarten Bier vorgestellt habe, muss ich euch natürlich noch die berühmteste St.Gallerin vorstellen - die St.Galler Bratwurst.


Es handelt sich dabei um eine weisse, ungeräucherte Brühwurst aus Kalb- und Schweinefleisch. Sie gilt als als Grill - und Bratwurst der Nation. In der Deutschschweiz und in der Romandie sind sie fast omnipräsent, im Tessin sind sie weniger beliebt.

Nicht zu verwechseln ist sie mit der Schweinsbratwurst - in der Deutschschweiz auch Bauernbratwurst , in der Westschweiz Saucisse à rotir genannt.
Im Gegensatz zu diesen Würsten, welche wie viele andere der bäuerlichen Hausmetzgerei entstammen, ist die St.Galler Bratwurst ein typisches Produkt des professionellen Gewerbes, sprich der Metzgerei.




Die St.Galler Kalbsbratwurst muss einen Kalbfleischanteil von mindestens 50% aufweisen, damit sie als solche verkauft werden darf. Bei der Metzgerei Schmid, die bei der St. Galler Spezialität die Nase vorne hat, hat es - ausser etwas Schweinshalsspeck als würzigen Geschmacksträger - nur Kalbleisch drin. Dazu kommt frische Magermilch, Kochsalz, Milcheiweiss, Pfeffer, Muskatblüte und eine kleine Prise Phosphat. Alle Zutaten werden in einem Cutter zu feinstem, sämigen Brät zerkleinert, welcher dann in hauchdünne Naturdärme abgefüllt wird. Danach werden die Würste ein halbe Stunde in 70 Grad warmem Wasser gebrüht. Sobald sie wieder abgekühlt sind, werden sie aufgehängt und können so in den Verkauf kommen.

Die Wurst-Spezialität gibts in 3 Grössen : Die kleine Bratwurst wiegt 115g, die bekannteste - die Olma-Bratwurst - 165g und die grosse Kinderfestbratwurst 220g (wird extra für das Kinderfest, welches als eigentliches St.Galler Stadtfest gilt und alle 3 Jahre stattfindet, produziert).

Zu einem Begriff in der übrigen Schweiz wurde die St.Galler Bratwurst, als die heute grösste Publikumsmesse der Schweiz, die OLMA, 1943 erstmals die Tore öffnete und alle Besucher vom rahmig-frischschmeckenden Fleischerzeugnis schwärmten. Kein Wunder,  wird die Messe-Stadt seither - mit einem liebevollen Seitenhieb - auch "Bratwurst-Metropole" genannt. Die St.Galler  nehmen es mit Humor, denn als echte Lokalpatrioten kurbeln sie den Umsatz des einheimischen Qualitätsprodukts auch ausserhalb der Olma-Zeit kräftig an.

Uebrigens: Eine echte St.Galler Bratwurst isst man ohne Senf ( mit einem frischen Stück Brot oder traditionell mit einem Bürli), nur so entfaltet sich das ganze Fleischaroma. Viele Ostschweizer empfinden es gar als Beleidigung, wenn man die Wurst mit Senf isst.

Die St.Galler-Bratwurst ist eine geschützte Marke und ist seit 2008 mit dem AOC/IGP-Gütesiegel ausgezeichnet, d.h. sie darf nur noch in der Ostschweiz hergestellt werden.

Seht hier noch einen Werbeclip zur Bratwurst.

Wünsche allen einen schönen Sommer - geniesst ihn mit einer St.Galler Bratwurst vom Grill mit einem kühlen Schützengarten-Bier.







Kommentare:

  1. Die Olmabratwurst ist die einzige Kalbsbratwurst, die mir schmeckt, aber nur wenn sie grilliert wurde. Auch als Berner esse ich sie natürlich mit ohne Senf.

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    1. Du bist ein wahrer Gourmet. Gruss Jürg

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    2. Übrigens, ganz, ganz böse Berner Zungen munkeln, dass diese Bratwurst das einzige gute ist, dass aus St. Gallen kommt ;)

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  2. Auch ich liebe diese Bratwurst. Und immer ohne Senf.
    Für mich ist das sowieso klar, da ich Senf schlicht und einfach nicht gerne habe ;-)
    Gruess vom Werner

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    1. Aber aber Senf ist doch etwas feines - spass beiseite ist natürlich Geschmackssache. Gruss Jürg

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  3. Hoi Zimi
    Als Bürgerin der Stadt St.Gallen liebe ich natürlich die Kalbsbratwurst. Ich musste sofort nachschauen, wie schwer denn unsere, angeblich nach Original-Rezept hergestellten Olma-Bratwürste sind: exakt 165 Gramm! Sie werden in Westcanada hergestellt und nach Toronto geliefert. Für die Würste (und andere Schweizer Spezialitäten) fahren wir schon mal die 400 km nach Toronto und zurück...
    Anita

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    1. Als habt ihr noch kulinarisches Heimweh nach der Schweiz - grins. In meinem Blog werde ich sporadisch noch allerlei CH-Spezialitäten vorstellen - wenn möglich noch mit Rezept. Gruss über den Teich. Jürg, genannt Zimi

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  4. Ja, wir haben schon kulinarisches Heimweh. Inzwischen bekommen wir in Toronto jedoch Kägifrettli, Appenzeller Biberli, Kressi Essig, Aromat, Thomy Senf, Ramseier's Suure (oder süesse) Moscht, manchmal auch Ammann's Mohrenköpfe, Rivella (jaja), Sinalco und sogar Eau-de-Vie (Kirsch, Pflümli, Williams, Bire und Oepfel Träsch) und am allerwichtigsten: verschiedene "Schwiizer Chäs" und Wurschtwaren z.B. Appenzeller Moschtbröckli, richtigen Fleischkäse, Stümpe (Cervelat) und eben die Olma-Bratwürste. Wir müssen also nicht darben.

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