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Donnerstag, 22. September 2016

Ein Blick in die Küche der Ostsee



























Wie an jeder Küste dominiert auch an der Ostsee Fisch, es gibt ihn in allen Variationen: gebraten, gegrillt, geräuchert, eingelegt - als Vor- oder Hauptspeise. Beliebt ist natürlich auch die Fischsuppe, die sämig serviert wird.
Es wird Hering, Dorsch, Flunder, Aal, und Lachs aus der Ostsee angeboten, aus den seichten Boddengewässern fischt man vor allem Barsch, Zander, Karpfen und Hecht.

In den Monaten März und April dreht sich alles um den Hering, das "Silber des Meeres". Früher ein Essen für arme Leute, gilt er heute als Delikatesse. Auf Usedom und Rügen wird jährlich im April zu den "Heringswochen" geladen. Hat der Hering gelaicht und ist weitergezogen, kommt der Hornfisch oder Hornhecht zum Laichen in die Ostsee. Auf Rügen serviert man ihn mit Stampfkartoffeln und Rhabarberkompott.





Die Ostseeküche ist einfach und teilweise deftig - man ass was im Garten wuchs oder in den Gewässern schwamm. Die beliebteste Beilage hier oben sind Kartoffeln - Tüften genannt, es gibt sie in allen Variationen und schmecken herrlich. Aber auch Kohl ist allgegenwärtig - im Herbst heisst es dann immer "Rügen im Kohlfieber".

Für Fremde gewohnheitsbedürftig ist die süsssaure Geschnmacksrichtung - Rosinen im Kohl, Pflaumen im Fleisch etc., einiges erinnert an die Schwedische Küche.

Ein typisches Seefahrergericht ist der Labskaus - gepökelte Rinderbrust vermisch mit Karoffelpüree, Heringsfilet und roter Beete.



Aber kommen wir zu den Süssigkeiten, meinem bevorzugtem Essensthema :





Hier ist an 1. Stelle natürlich das Lübecker Marzipan zu nennen. Seefahrer brachten das Rezept und seine Zutaten aus dem fernen Orient an die Ostsee. Zunächst nur, um ein kostbares Heilmittel herzustellen. Lange war es den Reichen vorbehalten und durfte nur von Apotherkern hergestellt werden. Erst zu Beginn des 19. Jh. kamen auch Normalsterbliche in den Genuss , denn durch die Herstellung von Zucker aus heimischen Rüben wurde das Produkt preiswerter. Der junge Konditor Georg Niederegger übernimmt 1806 eine Lübecker Konditorei, 1822 erwirbt er das Stammhaus. Das Haus darf den russischen Zarenhof beliefern und wird Hoflieferant des deutschen Kaisers. 2006 konnte Niederegger das 200-jährige Firmenjubiläum feiern.


















der Laden von Niederegger - ein Marzipanparadies










hier noch ein Film zum Anschauen










Sanddorn ist eine wahre Vitaminbombe und wird an der Ostsee überall angebaut - viele Hofläden oder Geschäfte bieten allerlei Sanddornprodukte an - hier kommt ihr zu so einem Hofladen - auf dieser Homepage gibts auch viele leckere Sanddornrezepte !











Sanddorntorte









Rote Grütze ist eine Süssspeise der deutschen Küche. Der Name leitet sich von der typischen Rotfärbung durch die verwendeten Früchte - Johannis-, Erd- oder Himbeeren, aber auch Kirschen - werden gekocht und mit stärkehaltigen Zutaten (z.B. Griess oder Buchweizenmehl) gebunden. Häufig wird ein Teil der Früchte nicht mitgegart, sondern am Schluss unter die Grütze gehoben.


Man serviert die beliebte Nachspeise oft mit Vanillesauce. Hier ein Rezept zum Runterladen.




Rote Grütze ( www.lecker.de)








Auf der Albecker Seebrücke genoss ich einen Schwedeneisbecher. Erst daheim beim goggeln wurde mir dann bewusst, dass ich ein typisches Dessert der ehemaligen DDR genossen habe. Aber die Kombination auf der Dessertkarte - Vanilleis, Eierlikör, Rahm und Apfelmus machte mich so gluschtig - ich musste es einfach ausprobieren. Und es hat sich gelohnt, wirklich lecker !







Schwedeneisbecher (Foto aus Internet)











In dem feinen Restaurant in Stralsund, welches uns der Chauffeur empfahl, ass ich nicht nur einen ausgezeichneten Stralsunder Fischteller mit Bratkartoffeln und Salatbouquet (für Euro 12.50 !!), sondern noch einen besonderen Dessert - ein Hiddenseer Sturmsack. Bei uns kennt man diesen Dessert als Windbeutel oder Ofenküchlein.


 
 


mein Sturmsack - lecker !!









Und zum Verdauen könnte man jetzt noch einen typischen Kümmelschnaps - einen Köm - genehmigen.






































 
















Carreise Ostsee : Reisebericht Teil 3c - Insel Usedom, Mecklenburgische Seenplatte










Tag 6


Heute besuchen wir nochmals eine Insel - Usedom mit seiner unverdorbenen Natur im Hinterland, wo auch der 800km2 grosse Naturpark Usedom eingerichtet wurde.



Den Kontrast dazu bildet das Treiben in den ehemaligen "Kaiserbädern" Bansin, Ahlbek und Heringsdorf, an deren endlosen Stränden schon vor 100 Jahren die feine Berliner Gesellschaft kurte.


Wir fahren nach dem Ostseebad Heringsdorf, dem der deutsche Kaiser 1879 höchstpersönlich den begehrten Titel "Seebad" verlieh. Wir flanieren auf der 12km langen Strandpromenade, welche die 3 Seebäder mit der polnischen Ortschaft Swinemünde verbindet und bestaunen die vielen Villen und Herrschaftshäuser - in einigen von ihnen kann man Ferienwohnungen mieten. Von  Ahlbeck - wo die einzige Seebrücke der Ostsee, welche noch im Original erhalten blieb, steht - fahren wir  mit dem Bus wieder retour nach Stralsund.



Holzklappbrücke in Greifswald, welche stündlich vom Brückenmeister von Hand geöffnet wird


Heringsdorf

Fischrestaurant


darum nennt man diese Orte "Kaiserbäder"

in vielen Villen gibt's Ferienwohnungen

Villa Odin

mit den dazugehörigen Ferienwohnungen zum Mieten



viele Strandabgänge von der Promenade aus - lest bitte die Tafel mit den verschiedenen Stränden

hübsche Restaurants an der Promenade



man nähert sich auf der Pronmenade Ahlbeck


hier die Original-Strandbrücke von Ahlbeck aus dem Jahre 1898 - kam schon zu Filmehren ( in Loriots Film Pappa ante Portas)

hier ist man nie allein

der Blogger konnte es nicht lassen ( es gab dann auch noch was Leckeres zu Essen in diesem Strandkorb auf der Seebrücke)



zurück in Stralsund, auf dem Weg zum Restaurant




Morgen fahren wir dann via Mecklenburgische Seenplatte Richtung Süden.










Tag 7

Wir fahren zur Mecklenburgischen Seenplatte. Die malerische Landschaft ist geprägt von 1000 schillernden Seen, bunten Heidelandschaften, saftgrünen Wiesen und sanften Hügeln. Gut 150km erstreckt sich diese von Schwerin bis Feldberg und gilt als grösste zusammenhängende, mit Kanälen verbundene und befahrbare Seenplatte Mitteleuropas. Das Land ist dünn besiedelt, es hat sich hier fast keine Industrie angesiedelt.
 
 
 
Auf einer Schiffahrt geniessen wir diese reizvolle Landschaft, bevor es dann endgültig Richtung Schweiz geht. An Berlin vorbei kommen wir zu unserem letzten Uebernachtungsort Leipzig.
 
die Schifffahrt ging von Malchow über 3 Seen nach Waren. Die Müritz ist der grösste See in Deutschland ( Bodensee gehört 3 Ländern)



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schönes Malchow


die ganze Küste - unverbaut !

Kanäle verbinden die Seen











Waren in Sicht




Waren


 

 
 
 
 
 8. Tag
 
Früh besteigen wir unseren Car - es gilt wieder ca. 600km Richhtung Süden zu fahren - via Bayreuth, Nürnberg, Ulm erreichen wir den Bodensee. Ueber St.Gallen erreichen wir um 19.00 Uhr Zürich.
 
 
Fazit: Wiederum eine sehr schöne Reise, wobei das Wetter noch das i-Tüpfchen war.