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Donnerstag, 29. Januar 2015

Schlorzifladen - kulinarische Spezialitäten CH / Rezept

 
 




Der Schlorzifladen ist eine Toggenburger Spezialität - es handelt sich dabei um einen flachen Kuchen mit einem aromatischen Belag aus gekochten Dörrbirnen und einem Rahmguss.

Flache Blechkuchen, genannt Wähen, werden in den Kantonen St.Gallen und Appenzell Fladen genannt ( TG/SH = "Tünne oder "Tüle", BE = Chueche ).

Für die Fladen oder Wähen wird meistens ein Mürbe-oder Kuchenteig mit einer Füllung belegt. Der Schlorzifladen kann jedoch auch mit Hefeteig gemacht werden. Er wird, da er nebst der Füllung noch einen Guss aufweist, auch Doppelfladen genannt. Aber auch unter dem Namen Birnenfladen ist er bekannt, da seine Hautbestandteil aus diesen Früchten besteht.

Dörrobst war während Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der Mahlzeiten in der Schweiz. Bis zur Einführung des Kühlschranks im Privathaushalt in den 1950er-Jahren war das Dörren von Früchten von zentraler Bedeutung für den Speisezettel. In jedem Bauernhaus stand eine Holztruhe mit Dörrfrüchten als eiserne Reserve für den Winter.

Der Schlorzifladen wurde demnach früher mit Dörrbirnen gefertigt, welche man über Nacht in Wasser einlegte und für den Belag zusammen mit Flüssigkeit zu einem breiartigen Mus - dem "Schlorzi" -  einkochte ( wird in der Landküche natürlich auch heute noch so gefertigt).
Im allgemeinen jedoch bedient man sich heute einer fertigen Birnweggenfüllung aus dem Detailhandel.




Im Appenzellerland und dem Toggenburg isst man den Schlorzifladen als kleine Mahlzeit. Lauwarm oder warm schmeckt er am Besten, da dann der Birnengeschmack sehr gut zur Geltung kommt. Oft wird er noch mit einem Tupfen Schlagrahm serviert.


Hier nun ein Rezept für einen Toggenburger Schlorzifladen (von der Wirtin der Meiersalp, Ruth Breitenmoser, welche 2014 mit ihrem Menü die Landfrauenküche gewann (siehe hier die Folge mit Ruth Breitenmoser ).



Toggenburger Schlorzifladen ( für ein rundes Blech von 28cm Durchmesser)


10g         Hefe
1,25dl     Milch
200g       Weissmehl
1 Prise    Zucker
1 TL       Salz
30g         Butter, flüssig
1/2          Ei, verquirlt
400g       Birnweggenfüllung

Guss:

2 dl         Vollrahm
150g       Halbfettquark
1 1/2       Eier, verquirlt
1 Päckli  Vanillezucker
etwas      Zimt + Muskatnuss


Für den Schlorzifladen Blech ausbuttern oder mit Backtrennpapier auslegen. Die Hefe in der Milch auflösen. Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Mulde formen und Butter, Ei und Hefe mit der Milch dazugeben. Von der Mitte her zu einem Teig anrühren und zusammenfügen.
Teig gut kneten, bevor man ihn zugedeckt in einer Schüssel bei Zimmertemperatur auf das Doppelte aufgehen lässt.

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Teig auf etwas Mehl auswallen und ins Blech geben. Mit einer Gabel einstechen, Birnweggenfüllung daraufgeben und verstreichen.

Für den Guss Vollrahm, Halbfettquark und 1 1/2 Eier vermischen. Mit Vanillezucker, Zimt und Muskatnuss würzen. Auf die Füllung giessen.

In die untere Ofenhälfte geben, Temperatur auf 180 Grad reduzieren und für 40 Min. backen.



Zimi's Schlorzifladen (leider schon gegessen)









Montag, 26. Januar 2015

Jean-Christophe Grangé - Thrillerautor / Die purpurnen Flüsse, Filmtrailer - Fernsehtipp

Zur Zeit lese ich gerade das neuste Buch von Jean-Christophe Grangé ( "Die Wahrheit des Blutes").



Bevor er zu Schreiben anfing, war der in Paris geborene Grangé als freier Journalist für renommierte Zeitungen und Zeitschriften wie Paris-Match, Observer, Stern und Spiegel tätig und reiste quer über den Globus zu den Eskimos, den Pygmäen oder den Tuaregs, welche er wochenlang begleitete.

Sein erster Roman " Der Flug der Störche", welcher 1994 erschien, eroberte sofort die französischen Bestsellerlisten. Mit seinem nächsten Werk " Die purpurnen Flüsse" gelang ihm der internationale Durchbruch.

Seit diesem Erfolg gilt Jean-Christophe Grangé als Meister des europäischen Thrillers, dessen Markenzeichen aussergewöhnliche Stoffe und exotische Schauplätze geworden sind.

Aber aufgepasst - Grangés Markenzeichen ist Gänsehaut pur. Gegen ihn sind auch nordische Thrillerautoren wie Arne Dahl oder Jussi Adler-Olsen nur seichte Kost.

Grangé sagt selbst " Das normale Böse interessiert mich nicht".

 Er sprengt die Form des traditionellen Thrillers im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist wahrlich ein Autor, dessen Vorstellungskraft keine Grenzen kennt - wer seine ( für mich besten) Bücher Das schwarze Blut oder Das Herz der Hölle kennt, weiss wovon ich rede.
Teilweise sehr harter und schwer ertragbarer Stoff, aber so spannend und brillant geschrieben - nicht umsonst wird Grangé auch als europäisches Pendant zu Stephen King bezeichnet.

Viele seiner Bücher wurden verfilmt, z.B "Die purpurnen Flüsse". Im Kino-Kassenschlager 2001 spielt zudem einer meiner Lieblingsschauspieler - Jean Reno - die Hauptrolle.






 
 
 


Donnerstag, 22. Januar 2015

Bergbahnen in Zürich ? - Ausflugstipp

O.K., Lausanne hat seine Metro, Bern die Gurtenbahn, St.Gallen sein Mühleggbähnli und Chur sogar eine Luftseilbahn - in Zürich aber sind wir stolz, neben Trams, Auto-und Trolleybussen, der Forch-, Sihltal-, Glatttal- und Uetlibergbahn noch 3 spezielle Bahnen auf Stadtgebiet zu haben :





"Bergstation" Polybahn

Das Polybähnli , auch Studenten-Express genannt, ist nicht nur die kürzeste ( 176m ), sondern auch die älteste dieser Bahnen. 1889 wurde die Zürichbergbahn, wie sie zuerst hiess, eröffnet.

Die Standseilbahn, die heute vollautomatisch betrieben wird, fährt lange Zeit in den roten Zahlen. 1976 rettet die damalige SBG ( heutige UBS ) die Bahn vor dem Konkurs, indem sie eine eigene Gesellschaft - die heutige "UBS-Polybahn-AG" gründet.

Nach einer kompletten Erneuerung im Jahr 1996 befördert diese Bahn heute jährlich über 2 Mio. Fahrgäste zwischen dem Central und der Polyterrasse (Namensgeber) bei der Hochschule, welche einem eine der schönsten Aussichten auf die Altstadt bietet.

Die Polybahn, welche 41 Höhenmeter ( ! ) überwindet, verbindet modernste Technik im nostalgischen Kleid und gilt als ein Wahrzeichen von Zürich.








    unscheinbarer Eingang Dolderbahn beim Römerhof

1895 als Standseilbahn (Doldertram) in Betrieb genommen, verband sie das Quartier Hottingen (Römerhof) mit einem Naherholungsgebiet und dem Restaurant Waldhaus Dolder ( heute Grand Hotel Dolder).

1971 lief die Konzession aus, man wollte die Bahn  jedoch bis zur Haltestelle Dolder verlängern. Darum wurde die Bahn auf Zahnrad umgebaut, dadurch hat man gegenüber der Standseilbahn einige Vorteile. (z.B. muss die Ausweichstelle nicht genau in der Mitte der Bahnstrecke liegen).

Heute gelangt man in 6 Min. auf einer Streckenlänge von 1328m vom Römerhof (eigene Tramhaltestellle Linien 3, 8, 15) ins Erholungsgebiet Dolder/Adlisberg mit seinem vielfältigen Freizeitangebot.


Seilbahn Rigiblick wird von der VBZ betrieben


    Diese Standseilbahn, welche 1901 in Betrieb genommen wurde, ist die erste vollautomatische, konzessionierte Seilbahn der Schweiz mit Zwischenstationen.

Von der Haltestelle "Seilbahn Rigiblick" ( Tramlinie 9+10) aus überwindet sie auf 385m eine Höhendifferenz von 94m bei einer max. Steigung von 36% bis zur Bergstation "Rigiblick".

Die Seilbahn wird heute pro Jahr von rund 600'000 Fahrgästen benützt und präsentiert sich 30 Jahre nach dem grossen Umbau und weit über 100 Jahre nach Inbetriebnahme noch immer als zeitgemässes Verkehrsmittel.


Warum nicht einmal einen Ausflug mit den Fahrten dieser Bahnen kombinieren ? Lässt sich bestens organisieren.
Man beginnt entweder beim Central oder beim Römerhof ( ab HB Tramlinie 3 Richtung Klusplatz). Zwischen Polyterrasse und Talstation Seilbahn Rigiblick nimmt man entweder das Tram oder geht zu Fuss. Ab Bergstation Rigiblick führt ein Wanderweg zum Wald hoch und man spaziert auf dem herrlichen Orelli-Promenadenweg zum Zoo (warum nicht noch ein Kaffee im Hotel-Restaurant Zürichberg geniessen?)

Vom Zoo kann man noch bequem zur Bergstation Dolderbahn spazieren. Dabei kommt man noch an der bis heute grössten offenen Kunsteisbahn Dolder vorbei ( 1939 fand hier die Eishockeyweltmeisterschaft statt).

Der Spaziergang vom Rigiblick - Dolderbahn  dauert rund 50 Min. man kann ihn natürlich individuell verlängern und mit einem Zoobesuch bestens kombinieren.




Sicht vom Orelli-Panoramaweg


Grand Hotel Dolder














Montag, 19. Januar 2015

Forellencrème / Nüsslisalat italienischer Art / Rindsvoressen mit Steinpilzen an Portweinsauce / Caramel-Panna-Cotta - Abenteuer-Küche für Männer -



Diesen Monat kochten die Hobbychöche nicht wie sonst in der Schulküche -  nein, diesmal absolvierten wir in der Fachschule Viventa einen Kochkurs.

Das Menü, das wir an diesem Abend an verschiedenen Kochstationen kreierten, sah wie folgt aus :

  • Forellencrème auf Cracker und Gurke zum Apéro
  • Nüsslisalat nach italienischer Art
  • Rindsvoressen mit Steinpilzen an Portweinsauce, Mandel-Chnöpfli
  • Caramel-Panna-Cotta mit Portwein-Pflaumen


Hier die Rezepte dazu :


Forellencrème (für 4 Pers.)

2        Forellenfilet, geräuchert
50g    Frischkäse
1 EL  Meerrettich
2 EL  Zitronensaft
1 EL  Rapsöl
          wenig Cayennepfeffer
1/2     Bund Dill
Alle Zutaten in einen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer zu einer glatten Masse pürieren. In einen Spritzsack füllen und Cracker, Toast oder  Baguette damit dressieren.
Gurke teilweise schälen, in Scheiben schneiden und Forellencrème darauf dressieren.
Alles mit feinen Blättchen Dill garnieren und servieren.



Nüsslisalat nach italienischer Art (für 4 Pers.)
Sauce :

1  TL        Senf, grobkörnig
1  TL        Tomatenpüree
4  EL        Balsamico, weiss
1  EL        Weissweinessig
5  EL        Olivenöl
                 wenig Salz, Pfeffer,Paprika
1  dl          Wasser
1/2 TL      Bouillonkonzentrat
Salat:
1              Avocado, reif
150g        Nüsslisalat
1              Beutel Mozzarella-Perlen (150g)




Garnitur:
2 Scheiben Toastbrot
100-150g   Rohschinken
Für die Sauce vom Senf bis Olivenöl alles in einem Mixbecher mixen. Bouillon im heissen Wasser auflösen, zur Salatsauce geben und gut mischen. In eine grosse Schüssel geben.
Avocado schälen, vierteln und in Scheiben schneiden. Sofort zur Salatsauce geben und sorgfältig mischen.
Nüsslisalat rüsten, Mozzarellaperlen halbieren. Beides zur Sauce geben und mischen. Auf Tellern in der Mitte anrichten.

Toastbrot in kleine Würfel schneiden und in Butter knusprig braten. Mit restlichen Perlen zusammen Teller garnieren. Rohschinken in dünne Streifen schneiden und auf den Salat legen.


Rindsvoressen mit Steinpilzen an Portweinsauce (für 4 Pers.)
15g           Steinpilze, getrocknet
800g         Rindsvoressen ( 2-2,5cm grosse Stücke)
3/4 TL      Salz
1/2 TL      Paprika
1/2 TL      Pfeffer
2 EL         Mehl
2 EL         Bratcrème
2 dl           Portwein, rot
2               Schalotten
1               Knoblauchzehe
4               Zweige Oregano
2-3 EL      Tomatenpüree
2 dl           Bouillon
1 TL         Kalbsfond
100g         Crème fraiche
Steinpilze warm abspülen, in heissem Wasser aufquellen lassen. Absieben, evtl. grob schneiden.
Fleisch mit Haushaltspapier trocken tupfen und evtl. in kleinere Stücke schneiden. Gewürze mit Mehl in einen Plastiksack geben, schütteln, Fleisch zugeben und nochmals gut schütteln.
In einer Bratpfanne mit Deckel Bratcrème erhitzen und Fleisch portionenweise hellbraun anbraten. Fleisch herausnehmen.
Mit Portwein Bratensatz auflösen, aufkochen und absieben.
Schalotten fein hacken, Knoblauchzehe auspressen. Oreganoblättchen fein hacken. Schalotten, Knoblauch, Oregano und Tomatenpüree in der Bratpfanne mit Bratcrème andünsten.
Portweinjus, Bouillon, Steinpilze und Kalbsfond beigeben. Fleisch in die Pfanne geben, aufkochen und zugedeckt auf kleiner Hitze 1 1/2 - 2 Std. schmoren lassen.
Gegen Ende der Schmorzeit 100g Creme fraiche in die Sauce geben, gut vermischen, aufkochen und leicht einkochen lassen.
Mandel-Chnöpfli ( 3-6 Portionen)
Teig:
200g          Weissmehl
100g          Knöpflimehl
1,5 TL       Salz
1,5 dl        Wasser mit Kohlensäure
3                Eier, verquirlt
2 TL          Oel
Mehl mit Salz in einer Schüssel mischen, eine Vertiefung machen. Wasser, Eier und Oel in einem Mixbecher gut vermischen, in die Vertiefung geben und von der Mitte aus zu einem Teig verrühren.
Den Teig mit einer Kelle klopfen, bis er glatt ist und Blasen wirft. Teig zugedeckt 30 Min. ruhen lassen.
2 l Wasser aufkochen. 2-3 TL Salz beigeben. Den Teig portionenweise durch das Knöpflisieb in das knapp siedende Wasser streichen. Die Knöpfli an die Oberfläche steigen lassen und 1 Min. ziehen lassen. Mit einer Drahtkelle herausnehmen, gut abtropfen lassen, im kalten Wasser auskühlen und absieben.
In einer Bratpfanne 50g Mandelblättchen in Butter anrösten, herausnehmen. Abgetropfte Knöpfli in die Pfanne geben und leicht anbraten. Mandelblättchen zugeben, 2-3 Min. unter Wenden miteinander leicht braten, sofort servieren.



Caramel-Panna-Cotta mit Portwein-Pflaumen (für 4 Pers.)
3  Blatt         Gelatine
5 EL             Zucker
4 EL             Wasser
3 dl               Rahm
2 dl               Halbrahm
1,5 dl            Portwein, rot
3 EL             Zucker
4                   Pflaumen


Gelatine min. 10 Min. in viel kaltem Wasser einweichen. 4 Portionenförmchen kalt ausspülen.
Zucker in einer Chromstahlpfanne karamelisieren ( der Zucker schmilzt, wird bräunlich und beginnt Blasen zu bilden. Dies steigen an die Oberfläche und bilden einen feinen Schaum. Pfanne sofort vom Herd nehmen !). Mit Wasser sofort ablöschen und Deckel darauf legen.
Rahm beigeben und auf 4dl einkochen lassen. Gut ausgedrückte Gelatine zugeben, sofort gut verrühren.  In die vorbereiteten Förmchen einfüllen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank 3-4 Std. kalt stellen.
Portwein mit Zucker in einer Bratpfanne aufkochen. Feigen halbieren und Stein entfernen. Mit der Schnittfläche nach unten in den Portwein legen und 5 Min. ganz leicht kochen lassen. Herausnehmen, warm stellen. Die Flüssigkeit sirupartig einkochen lassen.

Förmchen ganz kurz in heisses Wasser tauchen, den Rand mit einem Messer sorgfältig lösen und in die Mitte eines Tellers stürzen. Warme Pflaumen neben die Panna-Cotta legen, mit Portwein-Jus übergiessen und sofort servieren.



 Zum Mitnehmen nach Hause gab es für uns dann noch selbstgemachte Schokoladen-Cantuccini.
Das Rezept hierzu gibt's dann in einem späteren Beitrag.





   








Donnerstag, 15. Januar 2015

Schweizer Brotsorten - kulinarische Spezialitäten CH / Zopf - Rezept

Etwas trocken und neutral ist Brot im Lebensmittellexikon beschrieben : Ein Grundnahrungsmittel, das unter Zugabe von Flüssigkeit aus Getreide hergestellt wird und weniger als 10 Prozent Fett und/oder Zucker enthalten muss.


Brot wird in der Schweiz seit Jahrtausenden gebacken. Im frühen Mittelalter waren es vor allem Klöster, die über gut ausgerüstete Backstuben verfügten (der Backofen des Klosters St.Gallen beispielsweise soll so gross gewesen sein, dass gleichzeitig 1000 Laibe Brot gebacken werden konnten). Auch die Vielfalt der Gebäcke war beeindruckend, so gab es gesäuertes und ungesäuertes Brot aus verschiedenen Getreidesorten in unterschiedlichen Formen.


Mit dem Wachstum der Städte und der steigenden Nachfrage übernahmen dann professionelle Bäcker die Brotproduktion. Sie gründeten Zünfte mit strengen Qualitätsvorschriften.
Weissmehl, das nur aus dem Innern des Getreidekorns hergestellt wird, war am begehrtesten und teuersten. Aermere Menschen mussten sich mit dunklem Mehl begnügen, das die äusseren Schichten des Korns enthält.
Am meisten verbreitet war Roggenbrot, weil man es monatelang lagern konnte.


Als das Brot noch Hauptnahrung der ärmeren Bevölkerung war, wurde viel mehr davon konsumiert als heute. Die Leute hatten einerseits mehr Geld und Möglichkeiten, sich abwechslungsreicher zu ernähren, andererseits wurde auch nicht mehr so viel körperliche Arbeit verrichtet.


Das wachsende Gesundheitsbewusstsein und der kräftigere Geschmack des dunklen Brotes haben dazu geführt, dass das früher geschätzte Weissbrot vor allem in der Deutschschweiz an Attraktivität verlor. Die Bäcker reagierten jedoch auf die neue Tendenz und passten ihr Angebot den sich verändernden Bedürfnissen an.


Heute werden in der Schweiz rund 200 verschiedene Brotsorten gebacken. Zu ihnen zählen die Kantonsbrote, welche die regionalen Unterschiede des Landes widerspiegeln.



Viele Brote haben heute jedoch die Kantonsgrenzen überwunden und sind im ganzen Land erhältlich.
Mit seiner einfachen, ovalen Form und der goldbraunen Kruste ist das Zürcherbrot am verbreitesten und gilt als Standartbrot. Kauft man z.B. ein "gewöhnliches" Weiss-oder Ruchbrot (ohne weitere Bezeichnung), so hat dies meistens die Zürcher-Form.

Hier einige Kantonsbrote:


St.Galler Brot (wird mit einer sogenannten "Nase" gebacken)
Walliser Roggenbrot ( das Roggenbrot aus dem Wallis hat als einziges das AOP-Gütesiegel )
Tessiner Brot ( das helle Brot wird unaufgeschnitten aufgetragen )
Berner Brot ( ist grosslaibig und wird als Ruch- oder Halbweissbrot geschätzt)
Waadtländer Brot ( das Waadtländer-Kreuzbrot wird aus weichem Halbweiss-Brotteig kräftig ausgebacken)
Bündnerring, Brascidela ( wird aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt. Die Ringform diente früher dazu, das Brot zum Trocknen aufzuhängen)

Zug/Schwyz ( hier backt man sogenannte Kopfbrote; einem Laibende wird ein Teigkopf aufgesetzt)
Jurabrot ( ist rund und flach und wird mit einem "Kantonsstempel" versehen)

Zürcherbrot ( aus Ruch-oder Halbweissmehl, lässt sich dank der langen Form und den Quereinschnitten gut in gleichmässige Stücke schneiden und ist weit verbreitet)
Basler Brot ( das aus zwei Teiglaiben zusammengeschobene Baslerbrot ist eine beliebte Spezialität mit einer mehlig-knusprigen Kruste, gut gebacken und von besonders kräftigem Geschmack)




Als das bekannteste und beliebteste Spezialbrot gilt der Zopf oder "Züpfe", welcher aus Weiss- oder Zopfmehl hergestellt wird, und bei einem feinen Sonntagsfrühstück nicht fehlen darf.


Zopf aus 2 "Teigsträngen" geflochten


Bei der Herstellung des Zopfes wird der Teig in Stränge gerollt und geflochten ( normal mit 2 "Strängen"), man kann ihn aber auch mit 5 Strängen oder sogar 8 Strängen flechten - wie es einem beliebt.


Hier ein Rezept für 1 Zopf à ca. 800g :

500g      Zopfmehl (ersatzweise Weissmehl)
2            gestrichene TL Salz
20g        Hefe
1 TL      Zucker
50g        Butter  ( beim Berner Ankezüpfe 75g )
2.5dl     lauwarme Milch
1           Ei


Butter schmelzen lassen und auskühlen. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, in der Mitte eine Mulde bilden. Hefe in wenig Milch auflösen, zusammen mit restlicher Milch, Zucker und Butter in die Mulde giessen.
Alles zu einem geschmeidigen, glatten Teig verkneten. Teig mit einem feuchten Tuch bedeckt bei Zimmertemperatur um das Doppelte aufgehen lassen (ca. 20 Min. ). Teig in gewünschte Anzahl Stränge formen und flechten. Mit Eigelb bepinseln.

Zopf im unteren Teil des auf 200 Grad vorgeheizten Backofen 45-55 Min. backen.

Auskühlen lassen. En Guete !
































Montag, 12. Januar 2015

10.01.15 - Frühlingswanderung auf dem Zürichseerundweg - Folge 1

Das Wetter spielt gegenwärtig Kapriolen : Am Sonntag Graupelschauer bei 3 Grad, war es am Samstag in Zürich 13-14 Grad warm; dies am 10. Januar - verrückt.

Da es auch bei uns auch so richtig schön und warm wurde, musste ich nicht weit in die Ferne schweifen: Ich wanderte auf der nationalen Wanderroute Wanderroute Nr. 84 rund um den  Zürichsee.




Ich startete in Zürich-Rehalp (Endstation Tramlinie Nr. 11) und wanderte auf dem Panoramaweg oberhalb des rechten Zürichsee-Ufers, genannt Goldküste, bis nach Uetikon - rund 4.30 Std.

Nach rund 45 Min. erreichte ich den Rumensee, kurz darauf den Schübelweiher, zwei Bijous entlang der Strecke. Und immer hatte ich ein  herrliches Panorama mit Zürichsee und Alpen vor mir, es war herrlich. Uebrigens -wenn du diese Strecke erwanderst, fragst du dich nicht mehr, woher der Name Goldküste stammt - viele, viele Villen säumen den Weg. Doch der Weg ist wirklich wunderschön und absolut empfehlenswert.

Möchte jemand diese Strecke wandern, ist der Gegend jedoch unkundig, würde ich mich als Wanderleiter zur Verfügung stellen.

Hier noch Fotos dazu :


oberhalb Zollikon


Zolliker Allmend

x - Tobel gilt es zu queren

Rumensee



viele Enten auf dem Schübelweiher

am Schübelweiher


steil hinunter ins idyllische Küsnachter Tobel und wieder hinauf


am Restaurant Kittenmühle vorbei

Sicht auf Uetlibergkette, "Pfnüsel"-Küste mit Stadt

Stadt mit der Lägern im Hintergrund

Sicht in die Berge

und nochmals, weils so schön ist


im Hintergrund Mitte die Rigi

Uto Kulm


der Abstieg nach Uetikon beginnt (langsam verschlechtert sich das Wetter)