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Montag, 10. November 2014

Torta di pane - kulinarische Spezialitäten der Schweiz

Die Torta di pane  (auf deutsch Brotkuchen) ist eine Tessiner Spezialität und stammt ursprünglich aus der Cucina dei poveri, der Küche der Armen. Sie wird bis heute im Tessin und Misox in erster Linie zum Dessert, aber auch als Zwischenmahlzeit oder Frühstück gegessen.

Von diesem Kuchen gibt es wahrscheinlich so viele Rezepte, wie es Tessiner Grotti gibt. Jeder Tessiner Haushalt, jedes Grotto, hat sein eigenes Rezept für diese Spezialität.

Die Torta wurde aus der Notwendigkeit geboren, altbackenes Brot weiter benützen zu können - also eine Art Restenverwertung.

Die Grundzutaten des Kuchens sind altes Brot, Milch und Zucker, die Zutaten variieren je nach Geschmack oder auch Verfügbarkeit. Je nachdem ob man ihn süsser mag, nimmt man mehr Zucker oder Schokoladenpulver, ansonsten erhöht man die Beigabe von verschiedenen Nüssen oder kandierten Früchten. Je nach Grösse des Kuchens wählt man eine Spring-oder Cakeform.

Beliebt ist auch die Beigabe von zerstossenen Amarettis, die Tessiner verfeinern die Torta noch mit ein wenig Grappa. Im Tessin haben wir im Herbst  auch schon ein sehr feines Stück Torta di pane mit Marroni darin gegessen. Auch kandierte oder getrocknete Früchte sowie Zitronenabrieb mit Zitronensaft sind in vielen Rezepten enthalten.
Man kann bei diesem Kuchen wirklich sehr gut improvisieren mit Zutaten von Nüssen und Früchten oder der Süsse.

Wer Torta di pane noch nie gesessen hat, dem geht es wahrscheinlich wie uns vor Jahren  : man fragt sich, ob das Dessert, welches man vorgesetzt bekommt, einen Fehler bei der Zubereitung erlitten hat. Man muss sich wirklich an den Geschmack und die Konsistenz dieses Brotkuchens gewöhnen - und nach dem 2. oder 3. Mal probieren beginnt man diese Torta zu lieben ( uns ging es jedenfalls so). Tatsache ist aber, dass der Brotkuchen nicht jedermanns Sache ist.

Hier ein Home-Rezept (die Torta di pane bereitet meine Frau zu, das Rezept stammt von einer Tessinerin) :

1l          Milch
500g     altbackenes Brot
100g     Zucker
1 Pk.     Vanillezucker
50g       Sultaninen
50g       Mandeln, gehackt
50g       Haselnüsse, gehackt
2           Eier
6 EL     Schokoladepulver
1 Prise  Salz
1 TL     Zimt
4  EL    Griess

Brot in Würfel schneiden und in eine grosse Schüssel geben.  Milch zusammen mit Schokoladepulver und Zucker in einer Pfanne erwärmen und über die Brotwürfel leeren. Zugedeckt 2-3 Std. oder über Nacht ziehen lassen.
Brot mit einer Gabel zerdrücken. Ueberschüssige Milch ableeren und restliche Zutaten beifügen. Alles zusammen verrühren, so dass die Masse schön bindet. Der Teig ist fest, aber sehr weich.

Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Cakeform füllen und im auf 200 Grad vorgewärmten Ofen 50 Minuten backen.


Also, wer den  Brotkuchen nicht kennt : Ausprobieren gilt !





















Kommentare:

  1. Guten Morgen Jürg
    Mmmmmhhh..... so fein! Danke für das tolle Rezept!
    Einen guten Wochenstart wünscht Dir Yvonne

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    1. Aber eben - ausprobieren, evtl. schmeckt der 1. Versuch nicht so. Gruss Jürg

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  2. Ich habe etwas zwiespältige Erinnerungen an Torta di Pane. Ich arbeitete mal mit einer Tessinerin zusammen, die erklärte mir, ihre Mutter habe die Torte immer zuerst zwei Wochen gelagert, bevor sie sie angeschnitten hätte. Einfach in der Küche sei das Ding gestanden, mit einem Tuch abgedeckt. Als ich nach einer Woche nicht mehr länger warten mochte, war meine Torta di Pane schon von einem Pelzli überzogen. :-(
    Seither habe ich mich nie mehr dran versucht.

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    1. Hoi Bea - 2 Wochen dünkt mich jetzt auch ein bisschen lange. Man rechnet eigentlich mit einer Woche, wo der Kuchen noch essbar ist - am besten im Kühlschrank. Wir haben ihn wirklich so wie meine Frau ihn macht mega gern. Gruss Jürg

      PS: Habe in dem Post noch ein "YouTube-Filmchen" reingetan.

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