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Donnerstag, 5. Februar 2015

Cantuccini - trockenes Mandelgebäck aus Italien






Die eigentliche Guetslizeit ist ja nun eigentlich vorbei, aber - bei den gegenwärtigen Minustemperaturen ist das Backen eine angenehme Aktivität und -  Cantuccini kann man das ganze Jahr hindurch essen.





Cantuccini geniessen mit Süsswein und/oder Kaffee


Die Cantuccini oder Cantucci (auch Biscotti di Prato genannt) sind ein trockenes Mandelgebäck aus der Toskana und gehören zu den bekanntesten Süssigkeiten Italiens.


Im 19. Jahrhundert hat der Bäcker Antonio Matteo in Prato ( Hauptort der Provinz Prato in der Toskana) ein Rezept entwickelt, das später zu einem Klassiker wurde. Es erhielt 1867 an der Weltausstellung in Paris eine besondere Erwähnung. Das Geschäft gibt es noch heute in Prato und es wird als Traditionshaus der ursprünglichen Cantuccini angesehen.



Cantuccini aus Prato


Cantuccini werden wie z.B. Zwieback doppelt gebacken, zuerst als längliche Rollen und danach als einzelne Scheiben. Dadurch werden sie schön mürbe, trocken und sind lange haltbar.

Aber aufgepasst : Cantucci sind hart zum Essen - also aufgepasst beim Reinbeissen ! Aus diesem Grund geniesst man dieses Gebäck auch zusammen mit einem Süsswein ( Vino Santo oder Moscato d'Asti ).





Hier nun 3 Rezepte für Cantuccini ( aus allen 3 ergeben sich je nach Grösse der geschnittenen Scheiben ca. 50-70 Stück ) :

  • das 1. kommt nahe an das Originalrezept heran - ich verwende gegenüber diesem jedoch kein Butter (bei allen Rezepten)
  • das 2. sind Cantuccini mit Schokolade und zusätzlich Pistazien
  • das 3. sind Cantuccini mit Zitrone und Baumnüsse statt Mandeln


Cantuccini (Original)


180g            Zucker
2                  Eier
1                  Eigelb
300g            Mehl, gesiebt
1,5 TL         Backpulver
1 Prise         Salz
120g            Mandeln, ungeschält
4-5 Tropfen Bittermandelöl
4-5 EL         Milch


Zucker, Eier und Eigelb zusammen in einer mittelgrossen Schüssel schaumig rühren ( 5 Min. mit Handmixer). Mehl dazusieben, Backpulver, Salz und Oel dazugeben und alles zu einem weichen Teig verrühren. Mandeln dazugeben und gut vermischen.

Teig in 6 gleichgrosse Teile teilen. Auf bemehlter Arbeitsfläche mit den Handballen 6 Rollen à ca. 2,5cm formen (siehe Clip ). Rollen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und mit Milch bestreichen.

Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ( 2. Rille von unten ) ca. 20 Min. backen ( sie müssen goldbraun sein).

Blech herausnehmen und Rollen, solange sie noch weich sind, schräg in ca. 1-1,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben auseinanderziehen (sie dürfen sich nicht berühren) und nochmals bei 180 Grad 5-10 Min. backen ( Schnittflächen müssen trocknen).

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. In einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahren.


Schokoladen-Cantuccini


Eine schwarze Schokolade à 100g teilen. Eine Hälfte der Schokolade in kleine Stücke zerbrechen, die andere Hälfte schmelzen.


Trick Schokolade schmelzen : Schokolade grob zerbrechen, in eine Schüssel geben. Kochendes Wasser über die Schokolade giessen (muss bedeckt sein), mind. 5 Min. stehen lassen. Achtung : Nicht umrühren ! Danach Wasser bis auf 1 EL abgiessen und verrühren. Auskühlen lassen.


Zutaten wie Original Rezept ausser :

nur 80g Mandeln
kein Bittermandelöl
+ 50g  Pistazien, ungesalzen und geschält
+ 50g  Schokoladestückchen


Zucker, Eier und Eigelb zusammen in einer mittelgrossen Schüssel schaumig rühren ( 5 Min. mit Handmixer). Mehl dazusieben, Backpulver, Salz und flüssige Schokolade dazugeben und alles zu einem weichen Teig verrühren. Mandeln, Pistazien und Schokoladestückchen dazugeben und gut vermischen.

Danach gleiches Vorgehen wie Originalrezept.



Zitronen-Baumnuss-Cantuccini


Zutaten wie Original Rezept ausser :

150g  Baumnüsse (grob gehackt) statt Mandeln
+ 1        Zitrone ( Abrieb und + EL Saft )
+ 1/4 TL  Zimt



Zucker, Eier und Eigelb zusammen in einer mittelgrossen Schüssel schaumig rühren ( 5 Min. mit Handmixer). Mehl dazusieben, Backpulver, Salz, 1 EL Zitronensaft, Zitronenabrieb und Zimt dazugeben und alles zu einem weichen Teig verrühren. Grob gehackte Baumnüsse dazugeben und gut vermischen.

Danach gleiches Vorgehen wie Originalrezept.



Wie gesagt, beim Original wären noch 30g flüssige Butter dabei, die man der Zucker-Ei-Mischung auch noch beigibt.

Mir schmecken die Cantucci aber auch ohne Butter. Und euch ?














Donnerstag, 29. Januar 2015

Schlorzifladen - kulinarische Spezialitäten CH / Rezept

 
 



Der Schlorzifladen ist eine Toggenburger Spezialität - es handelt sich dabei um einen flachen Kuchen mit einem aromatischen Belag aus gekochten Dörrbirnen und einem Rahmguss.

Flache Blechkuchen, genannt Wähen, werden in den Kantonen St.Gallen und Appenzell Fladen genannt ( TG/SH = "Tünne oder "Tüle", BE = Chueche ).

Für die Fladen oder Wähen wird meistens ein Mürbe-oder Kuchenteig mit einer Füllung belegt. Der Schlorzifladen kann jedoch auch mit Hefeteig gemacht werden. Er wird, da er nebst der Füllung noch einen Guss aufweist, auch Doppelfladen genannt. Aber auch unter dem Namen Birnenfladen ist er bekannt, da seine Hautbestandteil aus diesen Früchten besteht.

Dörrobst war während Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der Mahlzeiten in der Schweiz. Bis zur Einführung des Kühlschranks im Privathaushalt in den 1950er-Jahren war das Dörren von Früchten von zentraler Bedeutung für den Speisezettel. In jedem Bauernhaus stand eine Holztruhe mit Dörrfrüchten als eiserne Reserve für den Winter.

Der Schlorzifladen wurde demnach früher mit Dörrbirnen gefertigt, welche man über Nacht in Wasser einlegte und für den Belag zusammen mit Flüssigkeit zu einem breiartigen Mus - dem "Schlorzi" -  einkochte ( wird in der Landküche natürlich auch heute noch so gefertigt).
Im allgemeinen jedoch bedient man sich heute einer fertigen Birnweggenfüllung aus dem Detailhandel.




Im Appenzellerland und dem Toggenburg isst man den Schlorzifladen als kleine Mahlzeit. Lauwarm oder warm schmeckt er am Besten, da dann der Birnengeschmack sehr gut zur Geltung kommt. Oft wird er noch mit einem Tupfen Schlagrahm serviert.


Hier nun ein Rezept für einen Toggenburger Schlorzifladen (von der Wirtin der Meiersalp, Ruth Breitenmoser, welche 2014 mit ihrem Menü die Landfrauenküche gewann (siehe hier die Folge mit Ruth Breitenmoser ).











Donnerstag, 22. Januar 2015

Bergbahnen in Zürich ? - Ausflugstipp

O.K., Lausanne hat seine Metro, Bern die Gurtenbahn, St.Gallen sein Mühleggbähnli und Chur sogar eine Luftseilbahn - in Zürich aber sind wir stolz, neben Trams, Auto-und Trolleybussen, der Forch-, Sihltal-, Glatttal- und Uetlibergbahn noch 3 spezielle Bahnen auf Stadtgebiet zu haben :








"Bergstation" Polybahn

Das Polybähnli , auch Studenten-Express genannt, ist nicht nur die kürzeste ( 176m ), sondern auch die älteste dieser Bahnen. 1889 wurde die Zürichbergbahn, wie sie zuerst hiess, eröffnet.

Die Standseilbahn, die heute vollautomatisch betrieben wird, fährt lange Zeit in den roten Zahlen. 1976 rettet die damalige SBG ( heutige UBS ) die Bahn vor dem Konkurs, indem sie eine eigene Gesellschaft - die heutige "UBS-Polybahn-AG" gründet.

Nach einer kompletten Erneuerung im Jahr 1996 befördert diese Bahn heute jährlich über 2 Mio. Fahrgäste zwischen dem Central und der Polyterrasse (Namensgeber) bei der Hochschule, welche einem eine der schönsten Aussichten auf die Altstadt bietet.

Die Polybahn, welche 41 Höhenmeter ( ! ) überwindet, verbindet modernste Technik im nostalgischen Kleid und gilt als ein Wahrzeichen von Zürich.






neue Zahnradtriebwagen der Fa. Stadler, ab Ende 2024 im Einsatz (Quelle: www.stadt-zuerich.ch)







    unscheinbarer Eingang Dolderbahn beim Römerhof

1895 als Standseilbahn (Doldertram) in Betrieb genommen, verband sie das Quartier Hottingen (Römerhof) mit einem Naherholungsgebiet und dem Restaurant Waldhaus Dolder ( heute Grand Hotel Dolder).

1971 lief die Konzession aus, man wollte die Bahn  jedoch bis zur Haltestelle Dolder verlängern. Darum wurde die Bahn auf Zahnrad umgebaut, dadurch hat man gegenüber der Standseilbahn einige Vorteile. (z.B. muss die Ausweichstelle nicht genau in der Mitte der Bahnstrecke liegen).

Heute gelangt man in 6 Min. auf einer Streckenlänge von 1328m vom Römerhof (eigene Tramhaltestellle Linien 3, 8, 15) ins Erholungsgebiet Dolder/Adlisberg mit seinem vielfältigen Freizeitangebot.




Seilbahn Rigiblick wird von der VBZ betrieben


    Diese Standseilbahn, welche 1901 in Betrieb genommen wurde, ist die erste vollautomatische, konzessionierte Seilbahn der Schweiz mit Zwischenstationen.

Von der Haltestelle "Seilbahn Rigiblick" ( Tramlinie 9+10) aus überwindet sie auf 385m eine Höhendifferenz von 94m bei einer max. Steigung von 36% bis zur Bergstation "Rigiblick".

Die Seilbahn wird heute pro Jahr von rund 600'000 Fahrgästen benützt und präsentiert sich 30 Jahre nach dem grossen Umbau und weit über 100 Jahre nach Inbetriebnahme noch immer als zeitgemässes Verkehrsmittel.


Warum nicht einmal einen Ausflug mit den Fahrten dieser Bahnen kombinieren ? Lässt sich bestens organisieren.
Man beginnt entweder beim Central oder beim Römerhof ( ab HB Tramlinie 3 Richtung Klusplatz). Zwischen Polyterrasse und Talstation Seilbahn Rigiblick nimmt man entweder das Tram oder geht zu Fuss. Ab Bergstation Rigiblick führt ein Wanderweg zum Wald hoch und man spaziert auf dem herrlichen Orelli-Promenadenweg zum Zoo (warum nicht noch ein Kaffee im Hotel-Restaurant Zürichberg geniessen?)

Vom Zoo kann man noch bequem zur Bergstation Dolderbahn spazieren. Dabei kommt man noch an der bis heute grössten offenen Kunsteisbahn Dolder vorbei ( 1939 fand hier die Eishockeyweltmeisterschaft statt).

Der Spaziergang vom Rigiblick - Dolderbahn  dauert rund 50 Min. man kann ihn natürlich individuell verlängern und mit einem Zoobesuch bestens kombinieren.





Sicht vom Orelli-Panoramaweg


Grand Hotel Dolder