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Donnerstag, 15. Oktober 2015

M I G R O S - der orange Riese der Schweiz / Migroskind



Ja, ich gebs ganz am Anfang zu : Ich bin ein sogenanntes Migros-Kind. Entweder ist man ein Coop- oder eben ein Migroskind, das ist in unserem Land so. Je nach dem, wo du als Kind mit deinen Eltern einkaufen gingst. Das prägt einen irgendwie fürs ganze Leben. Gleiches gilt z.B. auch für die Politik, entweder tendierst du nach links oder rechts ( keine Angst, hierzu oute ich mich nicht ).

Natürlich möchte ich hier nicht den Coop schlechter reden oder schreiben - das wäre totaler Blödsinn.


Dieses Jahr feiert die Migros , das grösste Detailhandelsunternehmen der Schweiz, ihren 90. Geburtstag.

Der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler kam am 15.8.1888 in Zürich zur Welt. Der Plan, mit seiner Frau in Brasilien eine Kaffeeplantage zu führen, scheiterte aber am ungewohnten Klima dort. Zurück in der Schweiz, verarbeitete Duttweiler seine in all den Jahren im Handelsgeschäft gesammelten Erfahrungen.
Ihm schwebte eine Verkaufsorganisation ohne Zwischenhandel vor, eine direkte Bücke vom Produzenten zum Konsumenten. Am 15.8. 1925 gründete er darum die Migros AG. Dabei sollte der Namen "mi-gros" (Mittelhandel) preislich zwischen "en-gros ( Grosshandel) und "en détail" ( Detailhandel ) liegen.

Mit einem Startkapital von Fr. 100'000.- kaufte Duttweiler 5 Ford-Lastwagen und bestückte diese mit sechs Basisartikeln - Kaffee, Reis, Zucker, Teigwaren, Kokosfett und Seife -, die er zum Teil bis zu 40% günstiger als die Konkurrenz anbot und direkt ab den Lastwagen verkaufte.

einer der ersten Verkaufswagen der Migros ( Quelle: www.migros.ch)


Um der steigenden Kundschaft in der Nachkriegszeit gerecht zu werden und ihr die langen Warteschlangen vor den Geschäften zu ersparen, folgte Duttweiler dem amerikanischen Beispiel, wonach das System "Selbstbedienung" sich bei den Konsumenten grosser Beliebtheit erfreute, und eröffnete 1948 den ersten Selbstbedienungsladen in Zürich.

Die Migros war anfänglich allen einen Dorn im Auge - Parteien, Politikern, Gewerblern und Gewerkschaften. Dies bremste jedoch den Erfolg der Migros nicht, da die Hausfrauen erkannten, dass die Migros ihre Verbündete war. Das Haushaltgeld hielt länger an, wenn man in der Migros einkaufte. Sie war einfach, gut und günstig.

1935 gründete die Migros ein eigenes Reisebüro - Hotelplan. 1936 gründete Gottlieb Duttweiler eine eigene politsche Partei, den Landesring der Unabhängigen (LDU), welche 1999 jedoch wieder aufgelöst wurde.

Bereits 1941 vermachte Duttweiler und seine Frau die Migros ihrer Kundschaft, indem das Unternehmen zur Genossenschaft wurde. Die heutigen 10 regionalen Migros-Genossenschaften sind alleinige Eigentümer des in Zürich ansässigen Migros-Genossenschafts-Bund, welcher den Konzern nach Aussen vertritt.

1942 wurde die Migros-Zeitschrift Brückenbauer lanciert, seit 2004 heisst sie Migros-Magazin.

1944 wurden die Migros-Klubschulen gegründet - mit dem Ziel, Weiterbildung für das Volk zu günstigen Konditionen zu ermöglichen. Heute gehören diese Schulen zu den erfolgreichsten Institutionen der Erwachsenenbildung.

Anfangs der 1950er-Jahre führte die Migros eigene Restaurants ein, bot auch Non-Food-Artikel an und gründete die Buchhandlung Exlibris. Seit 1954 hat die Migros eine eigene Tankstellenkette, Migrol geanannt.

1957 stieg Migros mit eigener Bank ins Bankwesen  ein, wenig später besass sie mit der Secura eine eigene Versicherung (wurde an Generali verkauft). 1986 führte Migros den ersten Freizeitpark ein - den Säntispark in Abtwil SG.

1996 lancierte Migros die Billiglinie M-Budget. Inzwischen gilt diese Linie als "trendy", vor allem auch bei Jugendlichen. Der M-Budget- Energydrink hat dem ehemaligen Markführer Red Bull inzwischen sogar den Rang abgelaufen.



1997 übernahm Migros die Globus-Gruppe ( Warenhaus, Interio, Office World). 2006 übernimmt Migros den Olinehändler Le Shop.

Das Kundenbindungsprogramm M-Cumulus wurde 1997 eingeführt und basiert auf einem Bonuspunktesystem.

Im September 2007 wurde die Uebernahme von Denner durch die Wettbewerbskommission genehmigt.

Mit Subito kann die Kundschaft seit September 2011 in einer laufend wachsenden Anzahl Filialen selber die Einkäufe einscannen, einpacken und bargeldlos bezahlen.

Eigenheiten von Migros sind immer noch der Verzicht auf den Verkauf von Tabak und Alkohol ( gilt aber nicht für die "Detaillisten mit Migros Produkten" ) sowie die starke Eigenmarkenpolitik. Ueber 90 Prozent der in der Migros angebotenen Güter sind Eigenmarken, ein Grossteil davon wird in den eigenen Migros-Industriebetrieben produziert.

Die wichtigsten davon sind :



Glacéstengel der Migros - Kult

Tourist-Schokolade - ein Verkaufsschlager seit Anfang 1970


Kuchen Monte Generoso -Biscuit mit Crèmefüllung, wird seit Ende der 50er-Jahre produziert





seit 1960 am Markt und jährlich über 4 Mio. verkauft




Wer ahnte vor 90 Jahren, dass mit den  5 Verkaufswagen von damals einst der grösste Detailhändler der Schweiz entstehen wird, der zu den 500 grössten Firmen der Welt gehört.



Hier seht ihr noch ein Film zur Migros-Geschichte :




Kommentare:

  1. Meine Freundin ist ein Migroskind, ich bin ein Coopkind. So kaufen wir in beiden Läden ein, etwa 40/60 %. In 20 Jahren wir es dann noch Lidl- und Aldikinder geben.

    Gruss

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    1. Hallo Roli wer weiss, kann gut sein - zumal Aldi + Lidl so richtig Gas geben um den Abstand zu den Grossen zu verringern. Gruess us em verrägnete Züri Jürg

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  2. Ohne Zweifel, hier hat soeben ein Migros-Kind mitgelesen. Aber mit einem M-Budget-Hut würde ich nie, NIE durch die Gegend laufen. Mit Handy abspülen übrigens auch nicht, da stehe ich auf andere Duftnoten.
    Grüessli
    Bea

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    1. mit dem Hut gebe ich dir Recht, das Handy kommt jedoch bei uns in der Küche zum Einsatz. Gruess Jürg

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