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Donnerstag, 12. Februar 2015

Landesmuseum Zürich - Ausstellung "Scherenschnitte" / Ausflugstipp, Veranstaltungshinweis

Landesmuseum wird gegenwärtig saniert (links der schon fertige Bahnhofflügel)


Das Landesmuseum Zürich ist das meistbesuchte historische Museum der Schweiz - es gehört zur Gruppe des Schweizerischen Nationalmuseums, welches Museen in allen Landesteilen der Schweiz umfasst.

Mit über 820'000 Objekten verfügt es über die grösste Sammlung zur Kulturgeschichte und dem Kunsthandwerk der Schweiz.

1898 burgähnlich gebaut, wurde es bis anhin nie saniert. Aufgrund zunehmender Platznot wird es seit 2005 etappenweise erweitert. Zudem erhält das Museum einen modernen Erweiterungsbau, welcher nicht unumstritten ist (viele meinen, er passe nicht zum alten Bau im Stil einer mittelalterlichen Schlossanlage).  Obwohl sämtliche Sanierungsarbeiten inkl. Neubau erst 2016 fertig sind, wurden diejenigen Seite Hauptbahnhof 2009 abgeschlossen.



von der Limmat aus gesehen sieht das Landesmuseum während des Umbaus momentan nicht so schön aus - in der Bildmitte der Neubau


Zusätzlich zu den zwei neuen Daueraustellungen Galerie Sammlungen und Geschichte Schweiz finden im Landesmuseum mehrmals jährlich sogenannte Wechselausstellungen zu kulturgeschichtlichen Themen statt.

Vom 9.Jan. - 19.April 2015 ist im Landesmuseum die Ausstellung Scherenschnitte zu sehen.


Der Scherenschnitt, ursprünglich aus China stammend, kam um 1600 nach Mitteleuropa, wo er sich auf unterschiedlichste Art entwickelte. Während Frauen der gebildeten Schicht ihn als Weissschnitt mit weltlichen Themen betrieben, verwendeten ihn Klosterfrauen als Umrahmung gemalter Heiligenbilder.
Im 19. Jahrhundert gehörte der Scherenschnitt wie das Klavierspiel und das Malen zur Bildung der höheren Töchter. In Bürgerfamilien pflegte man das Papierschneiden als abendlichen gesellschaftlichen Zeitvertrieb.

Von der Stadt gelangte der Scherenschnitt allmählich in ländliche Gebiete, von der Ober- zur Unterschicht. Der Begriff Scherenschnitt ist auch heute noch mit Tradition und heiler Welt belegt
und wird von vielen Leuten belächelt, zeigt man ihnen aber Werke von arrivierten Scherenschneidekünstlern, weichen schnell Klassifizierungen wie hobbymässig und naiv hin zu grossem Erstaunen und Bewunderung.

Mit ihren Innovationen beweisen die Papierkünstler, dass ihre Kunst den Vergleich mit jeder anderen Kunstrichtung standhält.

Die Ausstellung, vom 1986 gegründeten Verein Freunde des Scherenschnitts organisiert, zeigt eine faszinierende Welt aus Papier, die in präziser Arbeit mit Schere und Messer geschnitten wurde. Eingebettet in historische Zimmer verleiht die Ausstellung ein einzigartiges Ambiente. Ergänzt wird die Schau durch historische Kinderscherenschnitte (unglaublich, was 11-jährige zustande bringen!).

Wahrlich, eine sehr eindrückliche Ausstellung - auch für Kulturbanausen wie ich sonst bin.

Prädikat : Empfehlenswert !


Da man an den Sonderausstellungen nicht fotografieren darf, einige Werke dieser Schau aus dem Internet (kann man auch unter www. scherenschnitt.ch  anschauen + kaufen) :

Alpaufzug von Hauswirth (verkauft für Fr. 8000.-)







Schafherde von Monika Flütsch

Toggenburg von Jolanda Brändle - erkennt ihr die Bergkette?







Kommentare:

  1. Eindrücklig - echte Kusntwerke - faszinierend was so eine kleine Schere anrichten kann.
    Gruss Erika

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  2. Hoi Erika ja und in Natura wirken sie noch faszinierender. Gruss + schönes Weekend Jürg

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  3. Ab solcher Scherenschnitte packt mich das blanke Entsetzen! Nicht, weil ich sie nicht schön finden würde, aber wie man sooo viel Geduld aufbringen kann.

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    1. Hoi Bea, ja isch wirklich unglaublich-wäre auch nichts für mich. Gruss Jürg

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