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Donnerstag, 20. Februar 2014

"Verblendung" - Millenium-Trilogie / Stieg Larsson

So, 23. 2. um 20.15 Uhr zeigt ORF 1 Verblendung, den 1. Teil der Milleniums-Trilogie des Schweden Stieg Larsson (siehe unter Label Nordische Krimis).  Es handelt sich dabei um das US-Remake (2011) der schwedischen Verfilmung, welche 2009 ins Kino kam und zusammen mit den Nachfolgefilmen Verdammnis und Vergebung weltweit 100 Mio. Euro einspielten. Es ist eine altbewährte Lösung Hollywoods, dass man ein aufwändiges Remake eines erfolgreichen Films produziert. Dazu holt man einen bekannten Regisseur - David Fincher - engagiert einen ebensolchen Schauspieler - Daniel Craig alias James Bond, und fertig ist ein spannender, unterhaltsamer und handwerklich perfekt gemachter Film - welcher aber schlussendlich gegenüber dem schwedischen Pendant charakterlos wirkt (wer das schwedische Original nicht gesehen hat, der vermag davon nichts  zu bemerken).Larsson hat viele seiner Lieblingsthemen in der Millenium-Trilogie verarbeitet: Rechtsradikalismus, Globalisierung, die Nazivergangenheit vieler Schweden. Das zentrale Thema ist jedoch Gewalt gegen Frauen. Die Hauptfigur ist darum auch nicht der Journalist Blomkvist, welcher  einen über 40 Jahre alten Mord recherchieren soll und dabei auf die Hilfe einer jungen, agressiven Aussenseiterin angewiesen ist, welche eine geniale Hackerin ist - Lisbeth Salander. Sie ist die wohl faszinierendste weibliche Romanfigur des 21. Jahrhunderts. Ein Mädchen, das mit Punkfrisur, Lederoutfit, Tattoos und Piercing so ganz jenseits jener Gesellschaft steht , in der Blomkvist sich bewegt.
Und gerade hier - bei den beiden Filmfiguren Blomkvist und Salander - zeigt sich der Unterschied zwischen dem schwedischen Film und der US-Kopie. Im Original spielt die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace die Lisbeth Salander so sensationell gut und voller Inbrunst, dass die Newcomerin Mara Rooney (US-Fassung) dagegen nicht bestehen kann, die Fussstapfen von Rapace sind einfach zu gross. Soll aber nicht heissen, dass sie in der Rolle der leidenden Heldin nicht überzeugen kann, aber zur Perfektion fehlt es ihr an Verbissenheit. Zur Rolle von Blomkvist : 
Original
US-Remake
der schwedische Schauspieler Michael Nyqvist spielt aus Leidenschaft den Journalisten,  dem es um Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit geht und so das scheinbar konzeptlose Dahinleben von Lisbeth herrlich kontrastiert - ihr geht es nur um Rache. Daniel Craig hingegen kann sein Action-Image als James Bond nicht ganz ablegen, in der Filmrolle als Blomkvist hat er Mühe, einen gebrochenen Mann darzustellen, der Hilfe erbettelt.

Millenium-Trilogie
Aber wie gesagt, auch der Film "Verblendung" mit Daniel Craig und Mara Rooney ist ein hervorragender Thriller, welcher in beeindruckenden Bildern daherkommt. Ihn sich anzuschauen, lohnt allemal ( für Zartbesaitete noch der Hinweis, dass in beiden Versionen die Vergewaltigungsszene von Lisbeth ziemlich heftig dargestellt wird).
Unten angeführt je 1 Trailer der schwedischen + der amerikanischen Verfilmung. Die ganze Trilogie (3 Filme als Sammelbox oder Filme einzeln) gibt es auf DVD.

Originalfassung


 
 
















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